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Eine neue Schule


Erste Überlegungen für eine neue Schule in Lüneburg. 

Andere Schulen mit gleichem/ähnlichem Ansatz:

Bildungsschule Harzberg (Falko und Stefanie Peschel):
www.bildungsschule-harzberg.de
Freie Schule Heckenbeck:
www.freie-schule-heckenbeck.de

Das Kurzkonzept zur demokratischen Schule als Download gibt es hier.

Ideen für eine neue Schule in Lüneburg

Ich träume von einer kleinen, neuen Schule in Lüneburg,

  • in der Schüler/innen selbstbestimmt lernen können,
  • in der Lehrer/innen ihren Dienst als Lernbegleiter und Gesprächspartner verstehen und praktizieren,
  • in der eine überschaubare Gruppengröße Vertrauen schafft und Stabilität verleiht,
    in der alle Beteiligten auf gleicher Augenhöhe acht- und aufmerksam miteinander umgehen.

Ich stelle mir diese Schule so vor:
Wir beginnen als weiterführende Schule für die Klassen 5 – 10, da das Genehmigungsverfahren für eine Sekundarschule einfacher zu sein scheint als für eine Grundschule.

Es gibt zwei stabile Gruppen: die eine ist für Schüler/innen der Klassen 5 bis 7, die zweite für Schüler/innen der Klassen 8 bis 10.

Es werden pro Jahrgangsstufe so wenig Schüler/innen wie möglich aufgenommen – abhängig von den finanziellen Gegebenheiten. Schön wäre eine Gruppengröße von 18 – 24 Personen, d.h. 6 bis 8 Fünftklässler, 6 bis 8 Sechstklässler und 6 bis 8 Siebtklässler in einer Gruppe und dieselben Personenzahlen in der Gruppe der 8. – 10. – Klässler/innen.
Jede Gruppe hat eine/n feste/n Klassenlehrer/in (Vollzeitkraft im Angestelltenverhältnis). Sie/er muss nicht nur Fachkraft für mehrere Fächer, sondern auch als Persönlichkeit in der Lage sein, die Zusammenarbeit mit Schüler/innen im Sinne des Konzeptes umzusetzen. Sie/er begleitet die Gruppe durchgehend, sodass sich ein guter Umgang miteinander entwickeln kann.

Es gibt eine Schulversammlung, die wöchentlich tagt und für alle Schüler/innen und Lehrer/innen der Schule offen steht. Jede/r hat eine Stimme. Wer anwesend ist, entscheidet. Hier wird alles besprochen, was für die ganze Schule vereinheitlicht werden soll, z.B. gemeinsame Vorhaben wie Feste feiern und Regeln aller Art sowie der Umgang mit Verstößen usw... Die Diskussionsleitung der Schulversammlung rotiert, d.h. es können sowohl Lehrer/innen als auch Schüler/innen die Diskussionsleitung übernehmen.

Die Inhalte aller Fächer werden den Richtlinien entsprechend komplett abgedeckt. Dazu werden zusätzlich zu den festangestellten Lehrkräften Honorarkräfte oder/und Abordnungen eingesetzt und Minijobs eingerichtet.
Beispiel für zwei Klassenlehrer/innen, die in der Lage wären, jeweils ein besonders breites Fachspektrum abzudecken:
Klassenlehrer/in 1 kann die Fächer Mathematik, Chemie, Physik, Biologie und Sport unterrichten. Klassenlehrer/in 2 kann Deutsch, Geschichte, Politik, Religion, Ethik, Erdkunde und Arbeit/Wirtschaft sowie Musik unterrichten. Demnach würde es in einem solchen Fall noch eine Kraft für die Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch geben und eine Kraft für die Werkstatt, in der nicht nur Dinge repariert werden, sondern auch Werken, Handarbeit und Kunst praktiziert wird.

Das selbstbestimmte Lernen basiert darauf, dass die Schüler/innen sowohl den Inhalt ihrer Arbeitsvorhaben als auch den Aneignungsweg selbst entscheiden. Das Thema, das sie interessiert oder das sie sich vornehmen, gehen sie so an, wie sie es für richtig halten. Es werden also keine Lehrgänge verwendet, sondern der Lernweg wird über das Erstellen von Eigenproduktionen frei gegeben. Arbeitsmittel wie Formensammlung, Lexika, Filme, Experimentiermaterial, Computer usw. stehen unterstützend zur Verfügung. Die Lehrkraft steht dem Schüler/der Schülerin mit jeder gewünschten Hilfe zur Seite – z.B. durch fachliche Unterrichtseinheiten (s.u.), persönliche Gespräche und/oder die Evaluation (s.u.).

Die Arbeitsmittel sind in drei Lerninseln aufgeteilt. Das sind Räume, in denen Materialien zu diesen Fächergruppen zur freien Verfügung stehen:

1) Naturwissenschaften
2) Gesellschaftswissenschaften
3) Sprachen

In jedem Raum hängen Überblickstabellen für alle Lernfelder, die für das jeweilige Fach bis zum Sekundarabschluss bearbeitet sein müssen.

Die Arbeitsmittel stehen allen Schüler/innen altersunabhängig zur Verfügung, damit eine maximale Differenzierung gewährleistet ist. So könnte sich ein Achtklässler zum Beispiel die mathematischen Grundlagen aus der fünften Klasse aneignen und gleichzeitig in Englisch auf dem Niveau eines Neuntklässlers arbeiten. Wichtig ist auch, dass die sinnlichen Zugänge berücksichtigt werden: das bildliche Lernen, das haptische oder das lesende müssen gleichwertig berücksichtigt werden So sollten z.B. gute Filme für Sprachen (in englischer, französischer, spanischer Originalsprache mit Untertiteln) und Gesellschaftswissenschaften (z.B. Geschichtsdokumentationen) zur Verfügung stehen. Es sollen aber insgesamt möglichst wenig derartige Werkzeuge angeboten werden, damit bereits auf dem Weg zum Material eigenständige Prozesse möglich sind.

Zusätzlich gibt es einen Musikraum und einen Sport- und Werkbereich, sowie eine Küche und einen Garten.

Einen Tagesablauf stelle ich mir so vor:

7:30 Uhr - 8:30 Uhr: Ankommen der Schüler/innen, flexible Arbeits- und/oder Frühstückszeit. Die Mitarbeiter treffen sich zur täglichen Dienstbesprechung.

8:30 Uhr: Beginn der verbindlichen Anwesenheit.
Kreisgespräch in der eigenen Gruppe: Einzelne können etwas vortragen, Anstehendes wird besprochen. Am Ende benennt jede/r, welches Arbeitsvorhaben er/sie für den Vormittag bzw. den ersten Lernblock hat. Die Diskussionsleitung rotiert.

9 Uhr – 10:30 Uhr: Freie Arbeitszeit an den geplanten und im Kreis benannten Arbeitsvorhaben. Zusätzlich werden Kurse unter Leitung eines Lehrers oder einer Fachkraft (das kann ggf. auch ein/e Schüler/in sein) angeboten, die besucht werden können, aber nicht müssen.
Pausen werden individuell genommen.

10:30 Uhr: Kreisversammlung, in der ggf. Arbeitsergebnisse vorgetragen werden. Hier müssen nicht alle dabei sein.

11 – 12:30 Uhr: Dasselbe wie im Block von 9 – 10:30 Uhr. Nach Absprachen wird parallel das Mittagessen von Schüler/innen und Mitarbeiter/innen vorbereitet.

12:30 – 13 Uhr: Verbindlicher Kreis für Vorträge, Präsentationen und Berichte über den Lernstand zu o.g. Arbeitsvorhaben.

13 Uhr: gemeinsames Mittagsessen

13:30 Uhr Ende der verbindlichen Anwesenheit.

Bis 15:30 Uhr: freie Gestaltungszeit.

Und dies zur Leistungsmessung:

Wenn ein Lernfeld erfolgreich bearbeitet wurde, wird dies einschließlich des Levels dokumentiert. So entsteht für alle Fächer eine bunte, ganz individuelle Übersicht über den jeweiligen Leistungsstand. Der kann in dem einen Fach recht hoch liegen und in einem anderen Fach eher weniger hoch.

Am Ende jeden Halbjahres werden zwei oder drei unabhängige Leistungsstandberichte erstellt: den einen schreibt der/die Schüler/in über sich selbst, den zweiten schreiben die Lehrkräfte über den/die Schüler/in und den dritten können die Eltern schreiben, wenn sie dies möchten. Über diese zwei oder drei Berichte kann ein Gespräch unter den Betroffenen geführt werden, wenn dies von einer der drei Parteien gewünscht wird.


Diejenigen, die zeitnah den (ggf. auch erweiterten) Realabschluss anvisieren, schreiben mehrere Monate vor den zentralen Abschlussarbeiten in den entsprechenden Fächern Klassenarbeiten, die in Dezimalziffern bewertet werden und zwar nach den Kriterien, die auch für die Abschlussarbeiten gelten.

Als Abschlusszeugnis erhalten sie ein „normales“ Zeugnis und zusätzlich einen abschließenden, zusammenfassenden Lernstandsbericht.


Wer Lust hat, an einem solchen Konzept mitzuarbeiten und es in die Praxis umzusetzen, melde sich gerne unter meiner E-Mail-Adresse:
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